Jun 02

Warum ausgerechnet im Fussball? – Uli Fortes Abgang zu YB

Es gibt Menschen, die das Fussballgeschäft als Menschenhandel bezeichnen. Eines jedenfalls ist sicher, Fussball ist ein lukratives Geschäft für sehr viele Involvierte. Während die Identifikation mit einem Verein früher noch sehr gross geschrieben worden ist, hat das viele Geld und damit der Profit diese Loyalität schrittweise verdrängt. Natürlich wünschen sich die Fans eines Clubs diese frühere Identifikation und Treue der Spieler und Trainer und immer wieder sin die Supporter auf der Suche nach solchen Gestalten. Ja Uli Forte hätte so einer dieser speziellen Figuren sein können. Doch kann er dafür verurteilt werden, dass er in einem sehr unberechenbaren Geschäft für sich möglichst viel herauszuholen? Natürlich nicht und trotzdem hat er mit seinen speziellen Aussagen und seinem kollegialen und sympathischen Auftreten die Hoffnung auf einen anderen Typus geweckt. Uli Forte hat knallhart kalkuliert und das bessere Angebot angenommen. Seine Reden vom Bubentraum GC beim Amtsantritt wirken im aktuellen Licht natürlich einfach nur noch billig und floskelhaft. Doch kann Uli Forte dafür verurteilt werden, dass er sich so wie möglich verkauft hat? Nein. Uli Forte ist ein Trainer, der mit den Grasshoppers das Optimum herausgeholt hat und gemessen an diesen, hätte er kommende Saison praktisch „nur“ noch verlieren können. Ob er jedoch in den Wirren von YB mehr gewinnt – und damit ist natürlich nicht das Geld gemeint – ist stark zu bezweifeln. André Dose hat die ganze Angelegenheit in einem Satz richtig zusammengefasst. Reisende soll man nicht aufhalten. Schade für GC, aber wer keine Fehler macht, der lebt nicht.

Mai 03

Die innovative Lösung E-Kinderkrippen

Tagtäglich lesen und hören wir von fehlenden Krippenplätzen, zu teueren Einrichtungen wegen hoher gesetzlicher Rahmenbedingungen. Doch mit Rumjammern ändern wir diesen Zustand nicht, also wie wäre es mit innovativen Lösungsansätzen. Die heutigen Kinder werden heute mit dem neudeutschen Begriff ditigal natives oder auf Altdeutsch digitale Erstgeborene. Oder noch kürzer I-Schoppen. Noch ist die Muttermilch nicht digitalisiert aber wer weiss, was noch alles passieren wird. Trotzdem werden die heutigen Kinder nicht mehr sozialisiert sondern digitalisiert. Wer hat Angst vor dem automatischen Informationsaustausch von Bankdaten wenn ganze Realtime Biografien auf Facebook zugänglich sind? Lange Rede kurzer Sinn. Die Probleme der fehlenden Krippenplätze lösen wir ganz einfach mit E-Kinderkrippen. Ein Smartphone oder ein Tablet reicht aus, um sich in der E-Krippe anzumelden. Kein Anreiseweg und keine teueren Plätze. Nur das digitale Starterkid und die Kinder werden über Tage hinweg digital unterhalten. Die Eltern können in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. McDonalds bietet übrigens ein Rundum-Homeservice-Essenspaket für ihre Kleinen an. Bei drei bestellten Burgern zahlen Sie übrigens nur zwei. Natürlich denken Sie auch sofort an die Windelproblematik. Auch dieses Problem konnte mit einem App und einem kleinen sanitären Gerät gelöst werden. Technik macht es möglich, teure Krippenplätze sind passé. Melden Sie sich noch heute an und Sie bekommen zum Apple Starterkid noch einen echten analog Bioapfel aus Neuseeland.

Mrz 11

Blind für zwei Stunden.

Sehen ist für viele Menschen selbstverständlich, doch dies gilt bei Weitem nicht für alle. Wohl keiner der fünf Sinne ist in unseren Breitengraden so wichtig wie der Sehsinn. Was dafür auf Kosten der anderen Sinne geht. Wer dies nicht glaubt, es lässt sich genussreich und eindrücklich testen. In den Restaurants der Blinden Kuh. Bereits der Gang zum reservierten Tisch ist ohne Hilfe des blinden Kellners gar nicht möglich. Ich sehe gar nichts mehr in dieser stockdunklen Atmosphäre und verlasse mich vollkommen auf die Schultern meines Gastgebers. Während sich das blinde Servierpersonal mit gegenseitigem Zurufen verständigt und Kollisionen verhindert, sitze ich am Tisch beinahe ohne Orientierung. Also fange ich an meine Umgebung zu ertasten und finde nach einer halben Minute auch mein Wasserglas.

Der geflügelte Ausspruch, das Auge isst mit, wird definitiv zur Makulatur. Ich komme mir beinahe vor wie ein kleines Kind, welches seine Umwelt zu erkunden beginnt. Das Amuse-bouche aus der Küche schmeckt irgendwie nach Frischkäse. Derweil füllen immer mehr Stimmen den stockdunklen Raum und erschweren eine mögliche Orientierung zusätzlich. Das Servicepersonal aber bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch das Restaurant. Während ich die Suppe zu meiner eigenen Überraschung noch ohne grossen Kollateralschaden auf meinen Kleidern auslöffeln kann, wird der Hauptgang definitiv zu meiner Bewährungsprobe. Wieder in sehendem Umfeld erfahre ich dann, dass es sich dabei um Zucchetti und Auberginen Piccata gehandelt hat, was mir beim Zerkleinern mit dem Messer doch einige Mühe bereitet hat. Noch schwieriger ist „nur“ noch mein Glas mit der Wasserflasche nachzufüllen.

In der Blinden Kuh schlägt ein sehender Schnellesser ganz automatisch ein langsameres und gesünderes Esstempo an. Tief beeindruckt von dieser Erfahrung und vor allem vom Servicepersonal verlasse ich die Blinde Kuh wieder sehend und mit der praktischen Erfahrung, dass Weitsicht nicht alleine von den sehenden Augen abhängt.

Mrz 08

Neuer Skandal – Ostereier nicht vom Osterhasen

Nach falsch deklarierten Bio-Eiern, veredelter Rind-Lasagne mit Pferdefleisch, nun kurz vor Ostern eine neuer Lebensmittelskandal. Erstmals hat ein Osterhase vor laufenden Kameras eingestanden, dass ein erheblicher Anteil der Ostereier gar nicht von ihm stammen würde. Zuvor wurde der Hase tagelang vom geheimen Schweizer Geheimdienst verhört, bis er endlich ein umfassendes Geständnis ablegte. Die Osterhasen hätten schliesslich einen Gesamtarbeitsvertrag und würden nicht wie ihre chinesischen Kollegen während dreier Monate vor Ostern 7 Tage à 24h arbeiten wollen. Auch seien sie nicht mehr bereit, leistungssteigernde Präparate, welche ihre Gesundheit gefährden würden, einzunehmen.

Bereits fordern einige Politiker die Ausweisung der Osterhasen aus der Schweiz. SVP Politiker wiesen darauf hin, dass wenn die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative nicht von bösen Langohren hintertrieben worden wäre, der Osterhase sofort ausgewiesen werden könnte. Nach noch unbestätigten Quellen lässt sich das Heimatland des Osterhasen aber nicht genau bestimmen, was eine Ausschaffung verunmöglicht. Gleichzeitig riefen bereits eifrige Konsumenten dazu auf, keine Ostereier mehr zu kaufen und stattdessen auch während Ostern auf die Alternative Hühnereier zurückzugreifen. Derweil sind die Aktien am New Rabbit Market wie angeknabberte Rüebli in den Keller geschossen.

Bereits machen neuerliche Verschwörungstheorien zum Christkind die Runde. Den Gerüchten nach soll das Christkind gar nicht existieren. Würden sich diese Gerüchte als wahr erweisen, Rabbitleaks wäre ein laues Lüftchen dagegen. Aber was sollen wir denn noch glauben? Bundesrat Mike Shiva hat in seiner ersten Stellungnahme versprochen, die ganze Angelegenheit lückenlos aufzuklären. Für besorgte Bürger sei eine 0900 Nummer eingerichtet worden und eines könne er versichern, der Anruf sei bestimmt nicht gratis. Darauf lässt sich doch aufbauen.

Feb 21

Bitte jetzt keine Bärenlasagne aus der Region

Just vor der Abstimmung im Bündnerland zu möglichen olympischen Spielen 2022 haben Jäger der Bündner Bevölkerung und auch dem IOC eine sicherheitstechnische Machtdemonstration geliefert und den renitenten Problem- und Risikobären M13 erlegt. So die einigermassen offizielle Version. Doch bereits kursieren erste inoffizielle Verschwörungstheorien.

Die zuständigen Behörden vor Ort hatten vor der Erstürmung der Bärenvilla stundelange Verhandlungen auf bärisch (nicht bayrisch) mit M13 geführt. Dieser wollte sich aber weder als Olympia-Maskottchen 2022 zur Verfügung stellen, noch auf das Reissen von Schafen verzichten. Alternativ hätten ihm die Bündner gar fünf Portionen Pferdelasagne pro Tag gratis zur Verfügung gestellt. M13 forderte aber „nur“ Fertiggerichte mit CH Fleisch ohne Zusatzstoffe. Aufgrund der anstehenden finanziellen Aufwendungen für Olympia 2022 konnten die Bündner nicht auf diese Forderung eingehen. Als letzten Trumpf boten die Bündner M13 ein Exil im Bärengraben an. Der Problem- und Risikobär wollte aber weder sein Revier mit anderen teilen noch mit „ausländischen Bären“ in einer gemeinsamen Unterkunft zubringen. So nahm das Drama seinen Lauf.

Die Spezialeinheit Bär 22 wurde vom VBS angefordert und die Spezialisten hatten keine Mühe, den renitenten Bären innert kürzester Zeit zu überwältigen. Unglücklicherweise traf die Hellebarde M13 tödlich. Was mit dem Risiko- und Problembären nun passieren wird, ist noch nicht geklärt. Eine Bärenlasagne jedenfalls, scheint eher ausgeschlossen. Da M13 keine Herkunftspapiere auf sich trug, könnte seine genaue Herkunft auch nicht deklariert werden.

Feb 14

Die Weg-Werf-Gesellschaft

Schauen Sie auch manchmal zum Himmel und sehen die Sonne oder die Sterne. Die Natur offenbart uns ihre schönsten Bilder und Eindrücke. Ein Blick auf den Boden konfrontiert uns hingegen oft mit unschönen Bildern. Die Überreste von konsumierten Artikeln geben sich in Form der leeren Verpackung die Ehre. Frühmorgens lassen sich in Sursee jeweils die Spuren einer langen Nacht in Form von leeren Bierflaschen und Zigarettenstummeln erkennen.

 

Am schlimmsten aber sind jeweils leere Bioverpackungen, die blöderweise nicht alleine den Weg in einen öffentlichen Abfalleimer gefunden haben. Mit gutem Gewissen ein Stück Nachhaltigkeit gekauft, um diese nach erfolgter Konsumation auf einfache Art und Weise unnachhaltig zu entsorgen. Sursee ist diesbezüglich alles andere als ein Einzelfall. Die Problematik und die Spuren unserer Wegwerfgesellschaft lassen sich wohl beinahe überall in der Schweiz wieder finden. Tagtäglich leben wir auf viel zu grossen Füssen währenddessen die Umweltprobleme mit den weltweit anfallenden Mühlbergen zunehmend steigen. Verbote und Bussen bringen eine kleine Linderung, sind aber höchstens Symptombekämpfung und gehen nicht an die Wurzel des Problems.

 

Wir predigen tagtäglich Nachhaltigkeit, unsere Einstellung aber ist unnachhaltig und kurzsichtig. Polizisten und Ordnungshüter haben beileibe sinnvollere Aufgaben als Zigarettenstummel-auf-den-Boden-Werfer zu verfolgen und zu büssen. Umweltbewusstsein fängt nicht beim Staat oder bei den Politikern an, sondern bei uns persönlich. Auch wenn meine Stimme nur eine von heute rund acht Milliarden Menschen ist, so ist sie immerhin eine. Die Quote ist meines Wissens viel höher als die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns. Die Ausrede – wenn ich mich ändere, so nützt dies gar nichts – ist so einfältig wie unverantwortlich. Darauf antworte ich jeweils mit einem Zitat. Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.

 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind in aller Munde, aber nicht in unseren Köpfen. Ja wir leben heute, doch die Generationen nach uns sollten das gleiche Recht und die Möglichkeit morgen ebenfalls noch haben. Dass gerade bei den jüngeren Generationen diese Wegwerf-Einstellung ausgeprägt erkennbar ist, müsste uns darum noch mehr zu Denken geben. Wer ist heute bereit, Verzicht zu üben? Verzicht vor allem in materieller Hinsicht? Statussymbole sind heute prachtvolle Häuser und teure Autos. Alles hat seinen Preis und je teurer dieser ist, desto höher ist das gesellschaftliche Ansehen. Doch was würde uns all dies nützen, wenn ab morgen in Sursee keine Luft zum Atmen mehr verfügbar und das Wasser verseucht wäre? Wir können uns fast alles kaufen, aber eine neue Erde ist nirgends im Sonderangebot. Es ist und bleibt unser einziger Lebensraum. Wenn ich durch Sursee laufe, so kann ich sehr gut auf leere Bierflaschen, Zigarettenstummel und leere Markenartikelverpackungen auf dem Boden verzichten, aber nicht auf die wundervolle und einzigartige Natur im momentan herbstlichen verzierten Kleid.

Feb 11

Wer liefert die Kartoffeln für die Röstimauer 2026?

Die Abstimmung um die Abzockerinitiative treibt teilweise merkwürdige Blüten. Unser Land, wo derzeit noch Milch und Schokolade fliesst, soll gemäss Michael Steiners Weltuntergangsepos für Economiesuisse 2026 zu einem von Röstimauern getrennten und von Anarchie durchzogenen gescheiterten Staat werden.

Bleibt die Frage, ob uns tatsächlich ein Ja zur Abzockerinitiative oder eventuell die 2022 in Graubünden durchgeführten Olympischen Spiele soweit bringen sollen. Immerhin dürften die Kartoffellieferanten von dieser Situation erheblich profitieren, wahrscheinlich geht die Röstimauer dann aber auf Kosten aller Chipsliebhaber. Die Anhänger von gesunder Ernährung dürften darüber frohlocken, die knabbernden Kalorienbomben plötzlich nicht mehr erhältlich. Doch wie in aller Welt konnte Michael Steiner die Zustände für 2026 voraussagen? Miss Etoile, Elizabeth Tessier, Uriella oder gar Mike Shiva? Schwierig wird es auch für den Bundesrat, wenn das Bundeshaus in 14 Jahren zerbombt sein. Von wo werden dann die Geschicke unseres Landes geleitet? Herrliberg oder weiterhin wie gehabt von Economiesuisse? Jene Organisation, die mit diesem Film spekulativ den Preis für Kartoffeln nach oben treibt und unsere aller Zukunft kennt.

Zynisch gesehen hat die zerbombte Schweiz 2026 zumindest einen Vorteil, die Problematiken mit den Zweitwohnungen, die Zersiedlung unseres Landes und die Gefahr einer Spekulationsblase auf Immobilien haben sich dann sprichwörtlich in Luft aufgelöst. Egal wie die Sache ausgeht, am Schluss bleiben doch immer zwei schöne Erkenntnisse übrig. Irren ist menschlich und sollte die Welt für die Schweiz tatsächlich untergehen, irgendjemand wird auch davon profitieren.

Feb 06

Die Geburtsstunde von Staatskindern

Ob diese neue Wortkreation jemals den Schritt in den deutschen Rechtschreibduden schaffen wird ist zu bezweifeln. Erreicht hat der Begriff zumindest eine Emotionalisierung der Abstimmungsdebatte um den Familienartikel. Natürlich hat die SVP die Worthülse noch mit zusätzlichen Bildern von eingesperrten traurigen Kindergesichtern zugespitzt. Die Schweizer Ohrmarke mehr Kennzeichnung denn vernünftiger Kopfschmuck darf für Staatskinder nicht fehlen.

Bleibt die Frage zu klären, wer die Ohrmarken bezahlen wird? Bei Staatskindern müsste dies wohl der Staat sein. Vielleicht liesse sich in dieser Marke auch gleich der biometrische Pass integrieren. Sozusagen ein Allround-Ohrenchip mit eindeutiger Identifizierungsnummer. Statt einem Smartphone könnte der Ohrenchip auch für bargeldloses Zahlen genutzt werden. Der Ohrenchip bietet definitiv sehr viele Möglichkeiten für ein effizientes Überleben im globalisierten Datendschungel. Eine Erfindung made in Switzerland für Staatskinder, kommerzialisiert mit phänomenalen Absatzchancen vor allem in diktatorischen Staaten. Der grosse Bruder ist und bleibt dann definitiv der Staat.

Doch welche Rolle spielt der Staat in Zukunft bei der Erzeugung von Kindern? Eventuell wird der bekannte Fünfjahresplan um den Familienartikel erweitert und in die staatliche Absatzplanung integriert. Die Erzeuger – früher Mann und Frau genannt – bekämen jeweils staatliche Vorgaben zur Umsetzung des Staatskinderwesens. Bei Zuwiderhandlung droht die Ohrenmarken-Kennzeichnung schwarzes Schaf, die moderne Form des Prangers. Gleichzeitig die gesellschaftliche Ächtung und der Verlust aller Cumulus-Vorteile und Superpunkte als drastische aller Massnahmen. Mitgliedschaften im Jodel-, Hornuss- oder Schwingverein ist für diese Menschen tabu. Der Konsum von bekannten und allseits beliebten Esswaren wie Cervelats, Rösti, Fondue oder Raclette sind diesen Aufwieglern strikte untersagt. Auch das Staatsfernsehen ist für diesen Personenkreis nicht mehr zugänglich, die Billag-Gebühren aber bleiben natürlich geschuldet. Ein hartes Los für Rebellen in einem Staat von Staatskindern.

Feb 03

Pauschalisierungen in der Gleichstellungsdebatte

Das Bild der Gleichstellungsentwicklung von Frau und Mann ist weder schwarz noch ist es weiss. Gelegentlich frage ich mich ob Infotainment zu einer mittelfristigen kollektiven Unfähigkeit führt, Grautöne zu erkennen? Wenn ein niveauloser Satz eines Politikers an eine jüngere Frau dazu führt, dass die alten Vorurteile in der Geschlechterfrage von anno dazumal wieder ins Feld geführt werden, dann ist die aktuelle Debatte weder zielführend noch fair.

Die erreichten Errungenschaften in der Gleichstellung beider Geschlechter sind durch die engen Scheuklappen der Maskulin- und Feminin-Extremisten nicht sichtbar. Männer sind grundsätzlich Schweine und sollte doch ein davon abweichendes Exemplar existieren, dann ist dies wohl die ultimative Ausnahme, die die Schweineregel bestätigt. Und starke Frauen sind natürlich extremistische Emanzen, welche die antiquierte Aussage des schwachen Geschlechts boykottieren. Auf dieser Ebene über die nach wie vor herrschenden Probleme der Gleichstellung von Frau und Mann zu debattieren, ist unmöglich, von gestern und wecken höchstens Abwehrreaktionen.

Es liegt mir fern, sexuelle Übergriffe egal von welcher Seite in irgendeiner Form zu verniedlichen. Jegliche Ungleichbehandlungen aufgrund des Geschlechts sind in aufgeklärten Gesellschaften jederzeit zu bekämpfen. Aber nicht mit Stereotypen, Pauschalisierungen und Auseinandersetzungen, die ein Keil zwischen die Geschlechter treiben. Auf der Grundlage eines sexistischen und niveaulosen Kommentares eines Mannes und der völlig überzogenen und pauschalisierenden Verunglimpfung der Geschlechter, sind weder eine objektive Debatte noch zielführende Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Gleichstellung beider Geschlechter möglich.

Feb 03

Hallo Welt!

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