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Feb 14

Die Weg-Werf-Gesellschaft

Schauen Sie auch manchmal zum Himmel und sehen die Sonne oder die Sterne. Die Natur offenbart uns ihre schönsten Bilder und Eindrücke. Ein Blick auf den Boden konfrontiert uns hingegen oft mit unschönen Bildern. Die Überreste von konsumierten Artikeln geben sich in Form der leeren Verpackung die Ehre. Frühmorgens lassen sich in Sursee jeweils die Spuren einer langen Nacht in Form von leeren Bierflaschen und Zigarettenstummeln erkennen.

 

Am schlimmsten aber sind jeweils leere Bioverpackungen, die blöderweise nicht alleine den Weg in einen öffentlichen Abfalleimer gefunden haben. Mit gutem Gewissen ein Stück Nachhaltigkeit gekauft, um diese nach erfolgter Konsumation auf einfache Art und Weise unnachhaltig zu entsorgen. Sursee ist diesbezüglich alles andere als ein Einzelfall. Die Problematik und die Spuren unserer Wegwerfgesellschaft lassen sich wohl beinahe überall in der Schweiz wieder finden. Tagtäglich leben wir auf viel zu grossen Füssen währenddessen die Umweltprobleme mit den weltweit anfallenden Mühlbergen zunehmend steigen. Verbote und Bussen bringen eine kleine Linderung, sind aber höchstens Symptombekämpfung und gehen nicht an die Wurzel des Problems.

 

Wir predigen tagtäglich Nachhaltigkeit, unsere Einstellung aber ist unnachhaltig und kurzsichtig. Polizisten und Ordnungshüter haben beileibe sinnvollere Aufgaben als Zigarettenstummel-auf-den-Boden-Werfer zu verfolgen und zu büssen. Umweltbewusstsein fängt nicht beim Staat oder bei den Politikern an, sondern bei uns persönlich. Auch wenn meine Stimme nur eine von heute rund acht Milliarden Menschen ist, so ist sie immerhin eine. Die Quote ist meines Wissens viel höher als die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns. Die Ausrede – wenn ich mich ändere, so nützt dies gar nichts – ist so einfältig wie unverantwortlich. Darauf antworte ich jeweils mit einem Zitat. Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.

 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind in aller Munde, aber nicht in unseren Köpfen. Ja wir leben heute, doch die Generationen nach uns sollten das gleiche Recht und die Möglichkeit morgen ebenfalls noch haben. Dass gerade bei den jüngeren Generationen diese Wegwerf-Einstellung ausgeprägt erkennbar ist, müsste uns darum noch mehr zu Denken geben. Wer ist heute bereit, Verzicht zu üben? Verzicht vor allem in materieller Hinsicht? Statussymbole sind heute prachtvolle Häuser und teure Autos. Alles hat seinen Preis und je teurer dieser ist, desto höher ist das gesellschaftliche Ansehen. Doch was würde uns all dies nützen, wenn ab morgen in Sursee keine Luft zum Atmen mehr verfügbar und das Wasser verseucht wäre? Wir können uns fast alles kaufen, aber eine neue Erde ist nirgends im Sonderangebot. Es ist und bleibt unser einziger Lebensraum. Wenn ich durch Sursee laufe, so kann ich sehr gut auf leere Bierflaschen, Zigarettenstummel und leere Markenartikelverpackungen auf dem Boden verzichten, aber nicht auf die wundervolle und einzigartige Natur im momentan herbstlichen verzierten Kleid.

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